DVB-T – das „Überallfernsehen“

Bis vor wenigen Jahren war es üblich, Fernsehen ausschließlich über eine Hausantenne, Kabel oder eine Satellitenschüssel zu empfangen. Seit 2002 werden Programme auch als DVB-T ausgestrahlt, seit Ende 2009 geschieht dies bundesweit. Hinter der Abkürzung DVB-T verbirgt sich der Ausdruck „Digital Video Broadcasting – Terrestrial“. DVB-T hat gegenüber dem Analogfernsehen einige Vorteile wie eine sehr gute Ton- und Bildqualität, aber auch Nachteile wie eine größere Störanfälligkeit (ausführliche Informationen). Heute ist es weitgehend Standard und kann sogar auf mobilen Endgeräten wie Tablet-PCs und Smartphones empfangen werden.

So funktioniert Fernsehen per DVB-T technisch

Für die Ausstrahlung von DVB-T werden wie beim analogen TV-Programm VHF- und UHF-Kanäle genutzt. Durch die digitale Technik ist es jedoch möglich, mehrere Programme über einen Kanal zu senden. Dabei entsteht ein Multiplex, der in Deutschland als MPEG-2 codiert und gesendet wird. Dieser wird am Empfangsgerät entpackt und wieder in einzelne Sender aufgeteilt. Die Datenübertragungsgeschwindigkeit beträgt bei der aktuellen DVB-T-Technik bis zu 20 Mbit/s. Dadurch lassen sich die TV-Sender mit einer Bitrate von ca. drei bis 3,5 Mbit/s ausstrahlen. Das ist fast die Hälfte weniger als bei einem vergleichbaren Analogbild. Die Technik ist also „effektiver“ und reduziert bei einer verbesserten Qualität die Sendelast. Allerdings hat sie den Nachteil, dass bei rasanten Kamerafahrten Pixelfragmente entstehen können. Die TV-Sender umgehen dieses Problem, indem sie auf Kosten der Bildschärfe ihre Sendungen in einer geringeren Auflösung ausstrahlen. Eine verbesserte Technik befindet sich als DVB-T2 in der Einführungsphase.

Kosten DVB-T

Für mobiles Internetfernsehen fallen mindestens Gebühren für den verwendeten Datentarif an. Bei dem digitalen Fernsehen über Antenne, dem DVB-T gibt es keine monatliche Kosten, lediglich der übliche Rundfunkbeitrag (früher GEZ) ist zu entrichten.

DVB-T: regionale Abdeckung

Für Fernsehzuschauer spielt der technische Aspekt von DVB-T eine untergeordnete Rolle. Der Vorteil, ohne Kabel und Satellit eine Programmvielfalt von aktuell bis zu 32 Sendern sowie eine Reihe von Hörfunkprogrammen nutzen zu können, ist entscheidend. Überall dort, wo Schüsseln am Haus verboten sind oder kein Kabelempfang zur Verfügung steht bzw. diese Techniken zu teuer sind, ist DVB-T eine mögliche attraktive Alternative. Der Empfang von DVB-T ist in Deutschland abgesehen von ganz wenigen weißen Flecken im ländlichen Raum flächendeckend möglich, sodass prinzipiell jeder überall Fernsehen als DVB-T empfangen kann. Allerdings können bei einem schlechten Empfang (Randgebiete, dicke Wände) Ton und Bild punktuell gestört sein. Mehr zur DVB-T Verfügbarkeit, dort können Adressen auf Verfügbarkeit geprüft werden.

DVB-T: So kommt das Fernsehen auf den Bildschirm

Grundsätzlich ist in der Nähe der Sendemasten der Empfang von DVB-T mit einer Zimmerantenne möglich. In Randgebieten oder auf dem Land kann eine Hausantenne erforderlich sein. Die Antenne wird an eine Set-Top-Box angeschlossen, welche die digitalen Signale der Multiplex-Ausstrahlung decodiert. Das entschlüsselte Signal wird nach Sendern aufgeteilt per Scart- oder Antennenkabel an das TV-Gerät übertragen. In modernen Fernsehern ist die Set-Top-Box und/oder die Antenne bereits integriert, sodass ggf. nicht alle Zusatzgeräte erforderlich sind.

DVB-T als mobiles Fernsehen

Da DVB-T zumindest in Ballungsräumen und in Nähe von Sendemasten unabhängig von einer Hausantenne funktioniert, kann Fernsehen auch auf mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets empfangen werden. Entsprechende DVB-T-Tuner sowie Apps für bspw. Apple- und Android-Geräte sind im Handel erhältlich. Als weitere Möglichkeit stehen DVB-Sticks als Empfänger für Laptop uund PC zur Verfügung. So wird bei ausreichender Empfangsqualität aus dem „Überallfernsehen“ ein echter mobiler TV-Genuss für unterwegs.